Το πρόβλημα της Μεταφυσικής

 

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1971 (EL)
Το πρόβλημα της Μεταφυσικής

Θεοδωρακόπουλος , Ιωάννης Ν.

Die Metaphysik, die genauso alt wie die Philosophie ist, begleitet seit ihrer Entstehung die Frage, ob sie als Wissenschaft möglich ist. Diese InFrage-Stellung kommt erstens vom Empirismus und Posivitismus her, zweitens von der Sprachphilosophie und drittens von der Richtung, die das Seinsproblem geschichtlich untersucht. Der Positivismus von Auguste Comte in seiner Drei-Stadien-Lehre, der ihn später zugunsten des theologischen Stadiums aufgibt, beschränkt die Philosophie auf das Diesseits, indem er nur empirische Aussagen über die Phänomene und deren wechselseitige Bedingtheit zuläßt, ohne nach ansich-seienden Gründen hinter ihnen Ausschau zu halten. Damit widerspricht er als dogmatische Lehre seinem eigenen Ansatz, weil er relative Aussagen absolut setzt. Darüber hinaus zerreißt er die Sphäre der Empirie, weil er zu den empirischen Aussagen auch die logischen und die mathematischen nehmen muß, deren Gültigkeit die Grenzen der Empirie übersteigt. Die zweite Gruppe der antimetaphysischen Argumente vertritt Ludwig Wittgenstein. In seinem Tractatus logico-philosophicus teilt er die Sätze in Elementarsätze, die etwas über die Welt sagen, und in logische Sätze, die nur Tautologien sind, ein, so daß die mathematischen Sätze den logischen zugeordnet und als Tautologien betrachtet werden müssen, was aber unmöglich ist. Treiben doch die mathematischen Sätze die Erkenntnis voran und bilden sogar die Voraussetzung auch für die Sätze der Naturwissenschaft. Zu der Negation der metaphysischen Sätze, die als sinnlos oder Produkt falschen Sprachgebrauchs bezeichnet werden, läßt sich einwenden, daß die Sprache nicht nur Tatsachen, sondern auch Sinndimensionen, zu denen auch die metaphysischen Sätze und die Frage nach dem Sinn des Seins (Piaton) gehören, kundgibt. Die Sinnlosigkeit schlägt eher auf Wittgensteins Sätze zurück. Außerdem birgt der Begriff der Elementarsätze genauso viele Probleme wie die metaphysischen Sätze. Wittgensteins Philosophical Investigations dagegen beruhen auf einem umfassenden Begriff der Sprache, der mit dem griechischen λόγος identisch ist und der Spielraum für die Metaphysik zuläßt. Zu der dritten These Nietzsches gegen die Metaphysik, dergemäß die Metaphysik psychologisch und geschichtlich wohl für die Antike und das Mittelalter zu rechtfertigen sei, aber nicht für uns heute, läßt sich einwenden, erstens, daß Nietzsches Zwei-Welten-Theorie die platonische und die aristotelische Metaphysik mißdeutet, und zweitens, daß das metaphysische Bedürfnis sich zeitlich nicht beschränken läßt, zumal da Nietzsche selbst neue metaphysische Lehren - Übermensch, Ewige Wiederkehr des Gleichen - einführt. Er ist gerade das tragische Beispiel eines Menschen, der die Metaphysik bekämpft, in die er sich selbst verstrickt hat. Piaton ist der erste, der die Frage, ob Metaphysik möglich ist, im So- phistes (244 a) stellt, und zwar als eigene Aporie und als die Aporie jeder Metaphysik, die sich ihrer Probleme bewußt wird. Unbeschwert begin¬nen die Metaphysik und Piaton selbst damit, die Theorie des Seins aufzu¬stellen, indem sie Seinsarten statuieren. Mit dem Sophistes setzt je¬doch eine Selbstkritik Piatons ein, die ihn anders als im Phaidon zur Besinnung über die Idee als das Seiende im eigentlichen Sinne zwingt. Die¬selbe Aporie nach dem Sinne des Seins, die ihren Ursprung in der somatischen Frage τί έστιν hat, überkommt auch Aristoteles (Metaph. 1028 b 4). In der Neuzeit ist Kant derjenige, der erneut die Frage danach stellt, ob die Metaphysik, in die er selbst verliebt zu sein zugibt, möglich ist-eine Frage, die auch hier in der kritischen Periode des Philosophen entsteht. Mit der Kritik der reinen Vernunft beabsichtigt Kant nicht, die Me¬taphysik zu zermalmen, so sehr einige Aussagen von ihm dazu verleiten könnten. Kant wendet sich vielmehr gegen die dogmatische Metaphysik, deren Schwächen er aufweisen will, und bereitet eine nicht dogmatische vor. Sie ist für ihn - wie für alle großen Philosophen - «eine seltsam bittere Wissenschaft», die zugleich duich ihre Schwierigkeiten fasziniert. Sie besteht also und wird weiter bestehen, solange die Frage nach dem Sinn des Seins besteht. Diese Frage wird damit beantwortet, indem das Sein in Arten und Modi unterschieden wird, die jeweils anders heißen. Ein Wiederaufleben der Metaphysik ist nicht möglich ohne den Rückgang auf die platonische Gigantomachie um das Sein, die durch die aristotelische Kritik der platonischen Ideenlehre ergänzt wird. Die erste Phase der platonischen Metaphysik enthüllt der Dialog Phaidon, in dem der χωρισμός der Sinnendinge von der Idee gesetzt wird. Die Idee hat dabei eine ontologische und eine gnoseologische Bedeutung. Durch die erste wird das Problem des Verhältnisses der vielen Dinge zu der einen Idee, durch die zweite das Problem der Erkenntnis der Dinge durch die Idee gelöst. Der ontologischen Bedeutung der Idee und ihrem Vorrang den Sinnendingen gegenüber liegt die eleatische Unterscheidung zwischen Sein und Nichtsein, die keine Alternative zuläßt, zugrunde. Im Dialog Sophistes aber stellt Piaton die Frage, ob dieser eleatische χωρισμός und ineins damit die Ideenlehre des Phaidon möglich sei. Denn sind die schönen Dinge nichts, dann verliert auch die Idee der Schönheit ihren Sinn. Es muß also das Verhältnis der Sinnendinge zu ihr neu bestimmt werden. Dies wird auch das Schicksal der Metaphysik mitbestimmen. Zwischen der parmenideischen und der heraklitischen These, die im Sophistes gegeneinander ausgespielt werden, entscheidet sich Piaton weder für die eine noch für die andere, weil beide in ihrer extremen Position unvertretbar sind und in ontologische Sackgassen führen. Er schreitet vielmehr zu einer Synthese beider metaphysischer Thesen und bringt so die «Freunde» aus ihrer Sackgasse heraus. Das Ziel seiner Kritik, bzw. seiner Selbstkritik, ist, die Idee von der eleatischen Unbewegtheit zu befreien; denn, erstens, als ein Grundzug des Seins erweist sich das Leben, und wenn die Ideen lebendig sind, gehört auch Bewegung und Veränderung zu ihrem Sein ; zweitens, die Möglichkeit der Ideen, erkannt zu werden, impliziert, daß sie in den Fluß der Bewegung hineingezogen werden. Somit gelangt Piaton zu der Kernfrage jeder Metaphysik : «Was ist das Sein ?», was wiederum nicht möglich wäre ohne die sokratische Vorarbeit bezüglich der logischen Definition. Nach der vorso-kratischen und der sokratischen Phase der Philosophie gelingt es Piaton erst in seiner späten Zeit (Sophistes) die Metaphysik als Seinsfrage zu be¬gründen. Die Wendung vom Phaidon zum Sophistes läßt sich am besten bei der Umwandlung des Begriffs der ουσία verfolgen. Ist nun Piaton, der Begründer der Metaphysik, so ist Aristoteles der¬jenige gewesen, der die Metaphysik zur eigenständigen philosophischen Disziplin entwickelte. Seine «Erste Philosophie» bezweckt in enger Verflochtenheit miteinander drei Ziele : (a) eine allgemeine Ontologie, d. h. eine Theorie des Seienden als Seiendes, (b) eine - wie man heute sagen würde - «Physiko-Theologie», d.h. eine Theorie des höchsten Seienden, (c) eine allgemeine Wissenschaft von den Prinzipien. Von großer Relevanz für die aristotelische Ontologie ist die Konzep¬tion von der Bedeutungsmannigfaltigkeit des Seienden (Metaph. Δ 5 und Z) gewesen. Erst nach Klärung des Seinsbegriffs wird die Seinsfrage als Frage nach der ουσία gestellt. Aristoteles' ουσία-Konzeption, und zwar seine πρώτη ουσία als das Besondere (Konkrete), das τόδε τι, deckt sich onto- logisch nicht mit der spätplatonischen ουσία als das Formende (die Idee). Piaton hatte zwar ebenfalls zwischen Ideen und sinnlichen Dingen als Seinsweisen unterschieden, ohne aber die Existenz der zweiten — wie Parmenides — zu leugnen; vielmehr hat Piaton das Verhältnis zwischen den beiden Seinsweisen dadurch bestimmt, daß er das Werden alles Sinnlichen als γένεσις εις ουσίαν konzipierte. Aristoteles hat dieser Unterscheidung größere logische Präzision verliehen, seine Ontologie aber beruht auf dem Primat des Besonderen gegenüber dem Allgemeinen, und dies allein (nunmehr als ουσία δευτέρα) entspräche einer transformierten platonischen Idee.

Επετηρίδα

Αριστοτέλης
Πλατωνική Φιλοσοφία
Συστηματική Φιλοσοφία
Πλάτωνας
Αριστοτελική Φιλοσοφία


1971

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