Το αγαθό ως αρχή της πράξης

 

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Philosophy (EN)


1971 (EN)
Το αγαθό ως αρχή της πράξης

Τσάτσος , Κωνσταντίνος

Im Vorhergehendem wird versucht, die Norm der sozialen Handlung auf eine höhere und breitere Grundlage zurückzuführen, in die der kategorische Imperativ der praktischen Vernunft völlig mitinbegriffen wird. Dies hat eine weitere Bearbeitung des Handlungsbegriffs vorausgesetzt. Im ersten Paragraph wird nun die Handlung als eine sinnhafte Aktivität angesehen, deren Anfang und Ende in der Zeit durch ihren Sinngehalt allein festgestellt werden kann. Demzufolge findet dieser Sinngehalt seinen Ausdruck im Zweck der Handlung. Weiter werden die Handlungen in einfache und zusammengesetzte und die letzteren in kollektive und successive unterschieden. Eine Vielheit von Personen, die durch ein Aggregat verschiedener oder identischer Handlungen einen gemeinsamen Zweck gleichzeitig verfolgen, vollbringen eine einzige einheitliche Handlung, d.h. eine kollektive Handlung. Eine oder viele Personen können auch durch eine in der Zeit sich entwickelnden Kette von einfachen Handlungen wiederum eine einheitliche Handlung vollziehen; diese Verkettung bildet eine successive Handlung. Das normative Prinzip der Handlung liegt im Begriff des Guten, des Agathon, als der letzten Einheit aller Ideen, bzw. aller höchsten Werte vor. Das Agathon aber ist nicht unmittelbar der Vernunft zugänglich, sondern nur durch die Ideen die seine m o d i bilden. Die Ideen werden, in Bezug auf die Handlung, zu Imperativen, die alle kategorisch sind. Diese kategorischen Imperative sollen die Bedingung jeder menschlichen Aktivität ausmachen. Das Gute, als der höchste Imperativ, das alle aus den Ideen stammenden Imperativen, mithin auch den der Sittlichkeit, in sich begreift, soll sich in alle seine modi verwirklichen. Das Gute fällt auch mit dem Endzweck der Geschichte zusammen ; es macht sein eigentliches Wesen aus. Die Bildnug der ethischen Urteile auf Grund des Guten, außer der Schwierigkeit, die sich aus der Abstraktheit und Breite dieser Norm sich ergibt, stößt auf zwei größere Probleme. Das ersle sind die eventuellen Antinomien, die zwischen die höchsten Werte, insofern sie auf einem konkreten Fall angewendet werden sollen, entstehen; denn die höchsten Werte an sich können nie kollidieren; die konkreten Handlungsrichtungen aber können bei ihrer Anwendung zu einer Antinomie führen. Die zweite Schwierigkeit entsteht aus dem doppelten Aspekt der Handlung, als einer isolierten, einfachen Handlung einerseits und zum andern als eines Gliedes der Verkettung des historischen Werdens. Im ersten Falle ist das ethische Prinzip, in seiner Absolutheit das Bedingende; im zweiten aber Fall können andere Ideen überwiegen. Es können z. B. theoretische Werte vorherrschen. Im sozialen Rahmen kann das Gute, als der Endzweck der Geschichte und als das höchste Beurteilungsprinzip, eine Handlungsrichtung vorschreiben, die von der des ethischen kategorischen Prinzips verschieden sein kann. So entsteht die Frage ob das Politische das Ethische beseitigen soll. Solange das Gute selbst als Kriterium gilt, ist die Beseitigung zulässig und es handelt sich darum, jedesmal festzustellen, welchem von diesen zwei Standpunkten in dem zu beurteilenden konkreten Fall das Primat zukommt. Im letzten Paragraph werden die Ansätze erwähnt die hauptsächlich von Kant's System kommen und für die Formung unserer eigenen Begriffe von entscheidender Bedeutung sich erwiesen. Einige Punkte aus Aristoteles, Fichte und Hegel dürften dabei nicht vergessen werden. Der Versuch die ethischen mit den geschichtsphilosophischen Gedanken Kant's in Verbindung zu bringen hatten uns dazu geführt, den höchsten Wert der Sittlichkeit, gleichzeitig mit allen anderen höchsten Werten oder Ideen unter einem einheitlichen Prinzip, den platonischen Agathon, unterzubringen. Daraus aber erhebt sich die Notwendigkeit, die unter den höchsten Werten entstehenden Konflikte festzustellen und das Problem der in ihrer Anwendung entstehenden Antinomien, wenn nicht zu lösen, so doch in einer richtigen Weise aufzustellen. Das ethische Prinzip, das als bedingend für die soziale Handlung anerkannt worden ist, insoweit sie als ein isoliertes Faktum, eine einfache Handlung untersucht und beurteilt wird, unabhängig von jedem weiteren Erfolg, im Gegensatz also zu jeder Erfolgsethik, wird zum Problem sobald wir die Handlung in ihrem historischen Zusammenhang betrachten, sei es daß sie mit der Verwirklichung anderer theoretischen oder praktischen Werte kollidiert, sei es daß das Soziale selbst eine andere Qualität erhält, sobald die konkreten Handlungen vom historischen Standpunkt beleuchtet werden. In dieser doppelten Beleuchtung der sozialen Aktivität wurzelt der Konflikt zwischen Ethik und Politik. Das Vorhergehende ist auf sehr einfachen Grundlinien beschränkt, die zur Herstellung eines Gesamtbildes ermöglichen könnten. Beabsichtigt wurde nicht Lösungen zu geben, sondern das Problem richtig aufzustellen.

Επετηρίδα

Συστηματική Φιλοσοφία
Πράξη
Αγαθό


1971

Text

German
Greek



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