Τραγική «απορία» και σωκρατική «ζήτησις». Από τις ηθικές έννοιες της τραγωδίας στις ιδέες του Πλάτωνος

 

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Τραγική «απορία» και σωκρατική «ζήτησις». Από τις ηθικές έννοιες της τραγωδίας στις ιδέες του Πλάτωνος

Κύρκος , Βασίλειος Α.

1. Es ist der Forschung heute verhältnismäßig gut bekannt, was von den Vorsokratikern, den Sophisten und den Pythagoreern, also von der vorsokratisehen philosophischen Tradition in Piatons Denken reflektiert wurde und sein Philosophieren beeinflußt hat. Obwohl Piatons Beziehung zu seinen Vorläufern, vor allem zu den Vorsokratikern und den Sophisten, d.h. zu der sogenannten griechischen Aufklärung, uns nach wie vor Interpretation sprobleme und in gewisser Hinsicht methodische Schwierigkeiten bietet, befindet man sich im Allgemeinen, durch die Beiträge der letzten fünfzig Jahre in der Platon-Literatur, auf festen Boden. Gewiß für einige Probleme und Fragen der platonischen Philosophie selbst gibt es noch keine endgültige Antworten. Diejenigen Aspekte aber in Piatons Leben und Werk, welche philosophiegeschichtlich mit einer vorplatonischen oder zeitgenös-sischen geistigen Strömung im Zusammenhang stehen, sind hinreichend erforscht. 2. Zweifellos hat die platonische Philosophie das Merkmal, aus der Synthese verschiedenartiger geistigen Elemente ein umfassendes Ideal menschlicher Existenz zu entwerfen. Diese geistigen Elemente leiten sich aus fast allen geistigen Strömungen Griechenlands her. Die Einflüsse aber, die Piaton aus der tragischen Konzeption der Welt übernommen hat, sind in sein Werk so innig eingeschmolzen, daß sie kaum noch herauszulösen sind. Man muß doch festhalten, daß schon vor Piaton in Athen bestimmte geistige Züge eine Reife erlangt haben; ihr Anteil an der philosophischen Entfaltung Piatons tritt schon früh, d.h. in seine Frühdialogen, zutage. Es war vor allem die attische Tragödie, in der die griechische Geistesgeschichte einen ersten Höhepunkt erreichte. Mit dem sich in ihr aussprechenden tragischen Bewußtsein hat sich Piaton schon früh auseinandergesetzt und sich davon beeinflüssen lassen, und zwar offenbar ohne sich dessen stets bewußt zu sein. (Hierin die Arbeiten von H. Kuhn, Die wahre Tragödie. Piaton als Nachfolger der Tragiker, J.H. Randall, Plato, Dramatist of the Life of Reason). Man hat versucht, die verschiedenen Züge der platonischen Philosophie näher zu bestimmen. Wenn es auch sehr schwer sein wird, hier zu eindeutigen Ergebnissen zu kommen, so bleibt es doch für eine philosophiegeschichtliche Untersuchung ein wichtiges Problem, diese attischen Wurzeln im Werk und Denken Piatons schärfer zu erfassen. H. Kuhn (aaO. 231) hat die kritische Frage gestellt, ob eine Beziehung zwischen Tragödie und Piatons Philosophie verständlich sein könnte. Er sieht die griechische Tragödie als die geschichtliche Voraussetzung der platonischen Philosophie in dreifacher Weise: (a) als die Entfaltung einer antithetischen Schau der Wirklichkeit, (b) als die Lösung des durch das Leid entstandenen Problems und schließlich, (c) als die Vertiefung des menschlichen Selbstbewußtseins. Daß Piatons Ideenkonzeption aber etwas mit der Tragödie verbindet, kommt für ihn nicht in Frage. Ännlich auch bei P. Natorp, J. Moreaux und D. Ross. 3. So unverständlich es auf den ersten Blick erscheinen mag: Nach fast zwei Jahrhunderten intensiver Piatonsforschung ist die Frage nach einem möglichen Zusammenhang zwischen Piatons Ideenkonzeption und der attischen Tragödie in einer ernsten Weise bisher noch nicht gestellt. Ich halte es für durchaus wahrscheinlich, daß der geistesgeschichtliche Hintergund des platonischen Bergiffs der i5ea schon potentiell in der Vorstellung des «Wirklichen» bzw. in der Vorstellung der ethischen Bergiffen in der Tragödie zu suchen ist. Es entspricht dem Wesen von Piatons philosophischen Denkens, gerade den «Ausgangspunkt» bzw. den historischen Boden zu suchen, auf dem Piatons Konzeption der Ideen sich herausgebildet hat. Als Bewußtsein menschlichen Schicksals bzw. Elends, wie auch seiner Glückseligkeit bezeichnen Tragödie und platonische Philosophie nicht zwei einanderablösende Phasen, sondern eine im innersten identische Zielsetzung, nämlich die «Idee» des Menschlichen in einer unaufhörlichen Spannung bzw. Einigkeit mit dem Göttlichen, d.h. dem Idealem, so daß es schwierig ist, sich diezweite ohne die erste vorzustellen. Im Blick auf diese Gedankenlinie wird wiederum zu zeigen sein, daß Piatons Ideenlehre eine Tendenz darstellt, die in der Tragödie, und zwar in der Vorstellung der ethischen Begriffe, keimhaft angelegt ist und zu ihrem folgerichtigen Ergebnis hinführt. Aus dem Selbst-bewußtsein, und der daraus folgenden απορία («Ausweg») des Menschen im tragischen Handeln wird Piatons «Flucht nach den Ideen» verständlich; nach dem tragischen «Was soll ich tun?» ist das philosophische Fragen des Sokrates «Was ist das Gute?» d.h. Piatons Hinweg zur Idee zu erfassen. Dieser neue Weg erklärt sich auch aus der ζήτησις der Sokrates, nämlich aus dem Versuch Sokrates, Schritt für Schritt die ethischen Begriffe zu bestimmen. 4. Meine Absicht war also, die Beziehung zwischen Tragödie und Piatons Bergiff der iSsai zu untersuchen. Die Frage, ob zwischen der tragischen Vorstellung der Welt bzw. des «Wirklichen» und Idealen und Piatons Konzeption der Ideen eine Beziehung besteht, stellt uns vor einigen schwierigen Aufgaben. Die Untersuchung wird den Ursprung der Ideen nicht in den sogenannten sokratischen Logoi suchen—das ist der Forschung schon bekannt—, sondern im attischen geistigen Erbe, und zwar in der Tragödie. Was der Begriff ιδέα in seiner eigenen Gesetzlichkeit, Ursprünglichkeit und lebendigen Triebkraft ausdrückt und feststellt, wird eben durch die Tragödie vorbereitet und in der tragischen απορία dargestellt; vielmehr daß solche Gedanken damals in der Luft schwebten und in verschiedenen Formen berührt wurden. Der Weg zur Ideenwelt Piatons ging von der tragischen απορία zur sokratischen ζήτησις durch. So ist Piatons «Entdeckung» der Ideenwelt in der Tat eine Fortsetzung bzw. ein Aufhören des tragischen d.i. dichterischen Schauens der Welt. Wenn das versucht wird, so wird nicht der Anspruch erhoben, Piatons Philosophie aus der Tragödie allein abzuleiten, sondern es wird nur untersucht in wie weit seine Ideenwelt, d.h. die Konzeption der ιδέαι vom Tragischen, beeinflußt worden ist.

Επετηρίδα

Απορία
Ιστορία της Φιλοσοφίας
Ηθική
Σωκράτης
Τραγωδία
Σωκρατική Φιλοσοφία


1975-1976

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