Ο Nietzsche και η εκκοσμίκευση του κόσμου

 

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Ο Nietzsche και η εκκοσμίκευση του κόσμου

Μπουγάς, Τάσος

Unter Verweltlichung der Welt verstehe ich jenen geistig-weltanschaulichen Entwicklungsprozess, der die Immanentisierung der Welt hervorgebracht hat, d.h. die Wiederentdeckung und -bejaghung ihrer innerweltlichen Wirklichkeit. Im ersten Teil des vorliegenden Aufsatzes wird versucht, den theoretischen Rahmen und den geschichtlichen Hintergrund dieser Problemstellung zu umreissen; der zweite Teil geht der Frage nach: welches war Nietzsches Beitrag zu diesem weltanschaulichen Ereignis? Wir können in der Geistesgeschichte unseres Kulturkreises seit der Antike hinsichtlich der Weltauslegung drei Entwicklungsstufen untersecheiden: 1. Die ursprüngliche Bejahung der Welt in deren innerweltlicher Wirklichkeit, die von der ionischen Philosophie verkündet wurde. 2. Die sogenannte Verdoppelung der Welt, die die platonisch-christliche Weltauslegung darstellt und die letzten Endes auf eine Weltverneinung hinausläuft, und 3. Die Wiederbejahung und -gewinnung der Weltlichkeit der Welt, die seit der Renaissance eingesetzt und sich in der Moderne durchgesetzt hat, eine Entwicklung, die die nachchristliche Ära in die abendländische Kultur eingeführt hat. A. Das eigentliche Bestreben der ionischen Kosmologie bestand darin, die Gesamtheit des welthaft Seienden auf ein ursprüngliches innerweltliches Element zurückzuführen: die αρχή der Ionier war kein ausser- oder überweltliches, sondern ein weltimmanentes Prinzip. B. Plato vollzieht die Ent-zweiung, oder besser gesagt, die Verdoppelung der Welt, indem er sie in eine sinnliche und eine übersinnliche aufspaltet; er wurde somit zum Initiator und Begründer dev Zwei-Welten-Theorie, die seither das Wirklichkeitsverständnis tief geprägt hat. Das Christentum hat die platonische Weltauslegung übernommen und umgedeutet: an die Stelle des platonischen Seins wurde jetzt der biblische Gott gesetzt, d.h. der abstrakte Begriff wurde durch ein personifiziertes Wesen ersetzt, die platonische «Mythologie» durch eine religiöse verdrängt. C. Mit der Renaissance fängt ein Entwicklungsprozess an, der zu einer langsamen Unterminierung der im Mittelalter unumschränkt herrschenden Zwei-Welten-Theorie führte. Dieser Prozess durchläuft den aufkommenden Rationalismus des 17., die Aufklärung des 18., den Szientismus und den militanten Atheismus des 19. Jahrhunderts. Nietzsche nimmt in dieser Entwicklung eine Sonderstellung ein. Die Wiedergewinnung der Weltlichkeit der Welt steht im Mittelpunkt von Nietzsches Philosophie. Sie findet ihren negativen Ausdruck in der Verkündigung des Todes Gottes und der Wahrsagung des europäischen Nihilismus, ihren positiven Ausdruck im Begriff des «Willens zur Macht», der sich als «Übermensch», «ewige Wiederkehr» und «amor fati» entfaltet und konkretisiert. Der negative Teil weist auf die Vergangenheit hin; er hat die tradierte Weltauslegung zum Thema und versteht sich als deren Destruktion, d.h. als desillusionierende Entmythisierung der idealistischen Überlieferung. Der positive Teil zielt auf die Freilegung der Zukunft in ihrem vollen Wirklichkeitspotential ab und versteht sich als Konstruktion des neuen Weltbildes: der «Wille zur Macht» strebt nach Aktualisierung der Potentialitäten der Welt, deren höchste und edelste der «Übermensch» ist. Mit seiner Welttheorie hat Nietzsches Scharfsinn den fortschreitenden Säkularisierungsprozess, den die aufkommende Wissenschaft und Technik des 19. Jahrhunderts mit sich brachte, treffend erfasst und gedeutet. Nietzsches Philosophie zieht die letzten Konsequenzen aus der Entzauberung derWelt, die nach Max Weber die abendländische Rationalität herbeigeführt und dadurch das Weltbild der metaphysisch-religiösen Tradition untergraben hat. Darin gründet ihre grosse Bedeutung für das Selbstverständnis des modernen Menschen.

Επετηρίδα

Ιστορία της Φιλοσοφίας
Κόσμος
Φρίντριχ Νίτσε


1983-1984

Text

German
Greek



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