Πυρ και θεός: Φυσική και θεολογία στη σκέψη του Ηράκλειτου

 

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Πυρ και θεός: Φυσική και θεολογία στη σκέψη του Ηράκλειτου

Καλογεράκος , Ιωάννης Γ.

Daran, daß sich Heraklit mit dem Göttlichen befaßt hat, ist nicht zu zweifeln. Ausgangspunkt seiner Theologie ist die Unterscheidung zwischen Mensch und Gott bzw. zwischen menschlichem und göttlichem Wissen. Namen des griechischen Pantheons sind oft in den Fragmenten Heraklits anzutreffen, wobei diesen, besonders von Zeus und Dike, eine neue Rolle im Rahmen der Heraklitischen Physik und Seinslehre zugesprochen wird. Die Volksreligion, wie sie im gewöhnlichen Kult praktiziert wurde, ist von Heraklit attackiert worden. Seine Gottesvorstellung wurde vielfach interpretiert; sie ist hauptsächlich mit seiner Lehre vom Logos, von der Einheit der Gegensätze, vom göttlichen Nomos, vom Sophon und vom Feuer verbunden worden. Im vorliegenden Aufsatz wird das Verhältnis zwischen πυρ und θεός und darüber hinaus das Verhältnis zwischen der Physik und der Theologie Heraklits untersucht. Ein Zusammenhang zwischen Physik und Theologie läßt sich schon in der altionischen Naturphilosophie feststellen, wo Theologie, Theogonie und Theodizee offenbar zusammentreffen. Dies zeigt sich bei der Vorstellung von einer Arche, welche den Sinn des Ursprungs als auch des Urstoffs hat. Durch ihre Arche-Lehre haben Thaies, Anaximander und Anaximenes eine Erklärung für das kosmische Geschehen abgeben wollen, wobei sie die Arche sowohl auf die Kosmogonie als auch auf die Kosmologie bezogen haben; wahrscheinlich haben sie sich die Arche auch als tätig im existierenden Kosmos gedacht. Heraklits Arche ist das Feuer. Er hat keine Kosmogonie und keine Schöpfungslehre, das Feuer spielt aber eine entscheidende Rolle in seiner Kosmologie und Anthropologie. Der Kosmos ist Heraklit zufolge "ewig lebendiges Feuer" (B 30); die Umwandlung des Feuers in Meer und Erde erfolgt nach einem bestimmten Verhältnis (B 31), welches dem Austausch des Goldes gegen Waren und der Waren gegen Gold vergleichbar ist (B 90), und der gesamte Prozeß findet nach μέτρα und gleichzeitig statt. Die Frage, ob die Vorstellung von der Verwandlung des Feuers im Kosmos mit der Vorstellung vom Kosmos als "ewig lebendigem Feuer" im Einklang miteinander stehen oder nicht, ist unterschiedlich beantwortet worden. Man hat das Feuer in seiner reinsten Form als außerkosmischen αιθήρ als ewig-lebendig, d.h. unsterblich und göttlich, bezeichnet; wird dies auf die Weltprozesse bezogen, gehorche es dann dem Prinzip der μέτρα. Darüber hinaus hat man das Feuer als «die archetypische Form der Materie», als «den Grundbestandteil der Dinge» und als «Symbol des Lebens und des Todes» bezeichnet. Man hat es ferner für das unveränderliche Substrat jeder Veränderung in der Naturwelt gehalten: das πυρ αείζωον sei ein kosmisches Feuer, welches als Ganzes permanent feurig ist, während seine Teile vorläufig erlischen. Schließlich dachte man, daß sich das Feuer als Naturphänomen in Wasser verwandle, sich aber als πυρ αείζωον nicht an der Oberfläche der Dinge enthülle, sondern es sich nur indirekt denjenigen offenbare, welche imstande sind, es zu verstehen. Das Feuer wird dabei als etwas nicht von der Materie Getrenntes, sondern als die lenkende Form der Materie aufgefaßt. Dem Feuer wird steuernde und richtungsweisende Macht, darüber hinaus Überblick über das kosmische und menschliche Geschehen zugesprochen (B 64, Β 66, Β 16, Β 11). Die Fragmente machen es nicht deutlich, ob das Feuer als eine im Kosmos immanente oder als eine ihn transzendierende Wesenheit aufzufassen sei, sie legen aber den Schluß nahe, daß es als eine göttliche Substanz aufzufassen ist. Die einzige Definition des Gottes kommt in Β 67 vor, nach dem Gott in ein jedes Einzelding qualitativ übergeht. Die Allanwesenheit des Gottes in der Welt wird wahrscheinlich auch in Β 7 ausgedrückt. Das εν, d.h. der Gott, wird als "das allein Weise" bezeichnet (B 32), während es sich als κεχωρισμένον (Β 108), d.h. höchstwahrscheinlich als verschieden (nicht im Sinne des Getrenntseins) von den einzelnen Dingen vorgestellt wird. Heraklit lehrt, daß Weisheit darin bestehe, es zu erkennen, wie alles regiert wird (B 41); die absolute Kenntnis des Seienden könne aber nur Gott erreichen. Die Vorstellung vom Feuer als vernunftbegabtem Wesen (πυρ φρόνιμον) (test. zu Β 64) und als alles lenkender Kraft erweist sich als Bindeglied zwischen den kosmologischen, theologischen und psychologischen Auffassungen Heraklits. Σοφία und φρόνησις sind im Heraklitischen Gottesbild eingeschlossen und gelten als Hauptkennzeichen des πυρ. In diesem Sinne erscheint das Feuer komplizierter als die Archai der frühen milesischen Naturphilosophen; es mangelt ihm zwar an kosmogonischem Charakter, aber seine Rolle in der Kosmologie und in der Anthropologie wird von Heraklit hervorgehoben. Heraklit hat seinem Kosmosbild eigene Dynamik zugesprochen, indem er jede Bewegung und Veränderung im kosmischen Geschehen als Ausdruck des dem Kosmos immanenten Gesetzes des Werdens dargestellt hat. Ein Demiurgenbild ist hier fehl am Platze. Die Umwandlungen des Feuers stützen sich auf das μέτρα-Prinzip; in der Physik Heraklits scheint letzteres oft energischer als das Feuer selbst zu sein. So erscheint jede Bewegung und Veränderung im Kosmos von sich aus notwendig, wobei sich das Feuer als vernunftbegabtes und alles lenkendes Prinzip als der Erscheinungsgrund jeder Veränderung im Kosmos erweist. So dargestellt, d.h. mit allen Charakteristika des Göttlichen, wird das Feuer zum Verbindungsglied zwischen der Naturphilosophie und der Theologie Heraklits.

Επετηρίδα

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